Was ist „Vermenschlichung“ von Hunden und (warum) ist sie problematisch? Eine Replik auf David Jost

Von Andrea Klonschinski –


Hunde sind das zweitbeliebteste Haustier der Deutschen; in jedem fünften Haushalt – darunter mein eigener – findet sich (mindestens) ein Hund und in fast allen Fällen – so auch in meinem – wird der Vierbeiner als Familienmitglied betrachtet.i Dies sei jedoch problematisch, so David Jost hier vor ein paar Wochen, insofern Hunden dadurch „menschliche Eigenschaften, Bedürfnisse und Rollen zugeschrieben werden“. Eine solche Vermenschlichung führe letztlich dazu, dass die artspezifischen Bedürfnisse von Hunden missachtet würden; sie sei daher „eine bislang unterschätzte Quelle tierischen Leids“.

Während ich grundsätzlich die These teile, dass die unreflektierte Übertragung menschlicher Bedürfnisse auf Hunde problematisch sein kann, argumentiere ich im Folgenden, dass sich diese Problematik nicht sinnvoll als „Vermenschlichung“ fassen lässt, da der Begriff vage ist und meist höchst selektiv verwendet wird. Viele vermeintliche Vermenschlichungen erweisen sich bei genauerer Betrachtung als vorteilhaft, andere als vollkommen irrelevant für den Hund. Das Problem liegt tiefer und besteht in einem Mangel an Wissen und Empathie. Entscheidend für einen ethisch adäquaten Umgang mit Hunden ist tatsächlich mehr Einfühlung, nicht weniger.

Was ist „Vermenschlichung“?

Um diese These einzuholen, gilt es, einen Blick darauf zu werfen, was „Vermenschlichung“ eigentlich heißt. Während Jost seinen Begriff nicht expliziert, lassen sich ausgehend von der Definition von Vermenschlichung als „Zuschreibung menschlicher Qualitäten an nicht-menschliche Tiere“ (mindestens) folgende Lesarten unterscheiden. So könnten wir unter menschlichen Qualitäten alle möglichen Eigenschaften, Fähigkeiten, Emotionen usw. verstehen, die uns Menschen zukommen (1.). Dann ist deren Übertragung auf Hunde nicht per se problematisch, schließlich teilen wir eine breite Palette an Eigenschaften, Bedürfnissen und Emotionen mit ihnen: die Empfindung von Freude und Angst, Hunger und Durst, das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und Sicherheit, das Verständnis für Zeigegesten und Objektpermanenz, um nur einige zu nennen. Die Zuschreibung dieser Eigenschaften ist dann nicht nur vollkommen angemessen; es ist vielmehr unpassend, dabei von „Vermenschlichung“ zu sprechen.

Alternativ könnten wir mit „Vermenschlichung“ nur die fehlerhafte Zuschreibungen von auch Menschen innewohnenden Qualitäten meinen. Tatsächlich wird der Begriff in der Literatur (vgl. Andrew/Monsó 2021) und alltagssprachlich meist in diesem Sinne verwendet. Diese Zuschreibungen können nun wiederum in zweierlei Hinsicht falsch sein. Zum einen kann der Fehler darin bestehen, nicht-menschlichen Tieren Qualitäten zuzuschreiben, die prinzipiell nur Menschen zukommen können (2). Klassische Kandidaten sind hier sogenannte „höhere“ kognitive Fähigkeiten. Einem Hund ein Verständnis von Atomphysik zu unterstellen ist dann nicht einfach falsch, sondern ein Kategorienfehler – und wirkt als solcher besonders naiv. Es gälte aber zunächst zu zeigen, dass es tatsächlich genuin menschliche Fähigkeiten gibt, die uns prinzipiell von allen anderen Spezies unterscheiden (vgl. Keeley 2004: 533f.), was nicht nur nach chauvinistischem Anthropozentrismus riecht, sondern angesichts aktueller Ergebnisse aus Verhaltensforschung und vergleichender Kognitionswissenschaft auch zunehmend schwieriger wird (vgl. de Waal 2016).ii

Ich halte daher ein drittes Verständnis von Vermenschlichung für am plausibelsten: die falsche Zuschreibungen „menschlicher“ Qualitäten an Tiere, die diese Qualitäten aber im Prinzip haben könnten (3.). Ob im konkreten Fall eine „Vermenschlichung“ vorliegt, ist damit eine empirische Frage, deren Beantwortung Wissen über die jeweilige Spezies verlangt (vgl. Keeley 2004: 529). In diesem Sinne „vermenschlichen“ wir aber auch kleine Kinder, wenn wir ihnen bestimmte Fähigkeiten und Absichten unterstellen, die sie entwicklungspsychologisch noch gar nicht haben können (vgl. Sapolsky 2017: 176ff.). Und wir „vermenschlichen“ Erwachsene, wenn wir davon ausgehen, dass ihr Verhalten auf komplexen Überlegungen basiert, während es tatsächlich auf einfachen, unbewusst ablaufenden Mechanismen beruht, wie sie sich auch im Tierreich finden (vgl. Shettleworth 2010: 479). Auch hier wirkt der Begriff der „Vermenschlichung“ somit eigentlich unpassend.iii

Was ist daran problematisch?

Inwiefern ist eine derartige „Vermenschlichung“ von Hunden als empirisch falsche Zuschreibung bestimmter Qualitäten nun problematisch? Hier lassen sich zwei Perspektiven unterscheiden. Epistemisch problematisch ist Vermenschlichung, insofern sie uns zu falschen Annahmen über Hunde verleitet;iv ethisch problematisch ist sie, wenn sie dem Hund schadet – dies scheint Josts primäres Interesse zu sein. Aus epistemisch fehlerhaften Zuschreibungen von Eigenschaften kann ethisch problematisches Verhalten folgen. Wenn ich meinem Hund Marci fälschlicherweise unterstelle, er wüsste ganz genau, dass er nicht den Bürgersteig verlassen soll (obwohl ich ihm das nie beigebracht habe, aber hey, das ist doch offensichtlich!), wolle mich aber ärgern, indem er es dennoch tut, könnte ich wütend werden und ihn durch Schimpfen einschüchtern.v Falsche Zuschreibungen können hingegen auch ethisch unproblematisch sein. Glaube ich z. B. irrtümlich, dass Marci den Tod eines Familienmitglieds betrauertvi und bin daher besonders freundlich zu ihm, ist ihm keinerlei Nachteil entstanden – im Gegenteil (vgl. Bradshaw 2011: 221).

Ein differenzierter Blick auf Josts Beispiele

Die ethische Bewertung von „Vermenschlichung“ wird zudem dadurch erschwert, dass der Vorwurf der Vermenschlichung sehr selektiv in Bezug auf bestimmte Aspekte des Umgangs mit Hunden erfolgt, wie sich anhand eines von Josts Beispielen erläutern lässt. In einer Sendung des ORF, die Menschen mit ihren Hunden porträtiert, setzt ein älterer Herr seinen Hund Charly auf eine kleine Luftmatratze in einen Pool, womöglich ausgehend von der Überlegung, dass das, was ihm selbst Freude bereitet, auch Charly gefällt. Dieser fühlt sich jedoch sichtlich – bzw. hörbar: er knurrt – unwohl. Anstatt diese Situation als zu viel Vermenschlichung zu verstehen, ließe sie sich aber auch als zu wenig Menschlichkeit begreifen: Charly wird in eine Situation gebracht, die ihm unangenehm ist, aus der er sich nicht befreien kann und in der seine Kommunikationsversuche ignoriert werden. Wie fände ich das? Der Fokus auf die „Vermenschlichung“ durch Luftmatratze und Sonnenschirm verstellt hier den Blick auf eine angemessene Form der Berücksichtigung von – ebenfalls sehr menschlichen – Bedürfnissen.

Dass nicht jede anscheinende „Vermenschlichung“ dem Wohl des Hundes schadet, sondern sogar nützen kann, zeigt sich an anderen Beispielen Josts. So kann der Transport von Hunden in einem Buggy oder Fahrradkorb, gerade über längere Strecken, für alte, kranke oder kleine Hunde sehr sinnvoll sein, sofern der Hund kleinschrittig und positiv, ohne Zwang und Überforderung daran gewöhnt worden ist. Auch die Einbindung in die Familie und alltägliche Praktiken dürfte Hunden entgegenkommen. Mensch und Hund leben seit Jahrtausenden eng zusammen, wie Ausgrabungen und Quellen zeigen (vgl. Miklósi 2015: 73; Bradshaw 2011: 36; Wynne 2019: 158ff.). Hunde haben sich uns extrem gut angepasst, sie teilen z. B. unseren Tag-Nacht-Rhythmus und unsere Nahrungsgewohnheiten (vgl. Horowitz 2009: 47).

Dass Hunde auch eine emotionale Bindung zu Menschen aufbauen, ist empirisch gut belegt (vgl. Miklósi 2015: 226ff.): Wenn ich mit Marci spiele, steigen unser beider Oxytocin- und Dopaminlevel, er begrüßt mich freudig, wenn ich kurz weg war und er sucht bei Unsicherheit meine Nähe. Ádám Miklósi (2015: 228), einer der renommiertesten Forscher über Haushunde, vertritt daher die These, es sei durchaus angemessen, das Mensch-Hund-Verhältnis als „Freundschaft“ zu begreifen. Insofern (die allermeisten) Hunde Nähe und Bindung zum Menschen suchen (vgl. Wynne 2019: 154f.), stellt ein enges Verhältnis keine emotionale Überforderung dar, sondern erfüllt die Bedürfnisse des Hundes – zumal sie, anders als Jost behauptet, menschliche Stimmungen sehr wohl „einordnen“ können (vgl. Siegenthaler 2025).

Im (impliziten) Vorwurf, Hunde als Partner- oder Kindersatz zu betrachten, scheint zudem eine gesellschaftliche Kritik durch, die mit dem Wohl des Tieres nichts zu tun hat. Schwingt doch dabei die Annahme mit, Menschen seien nicht mehr willens oder in der Lage, sich mit „richtigen“ Partner:innen oder Kindern auseinanderzusetzen und entsprechend Verantwortung zu übernehmen (vgl. Serpell 2003: 87f.). Wenn Haustiere zunehmend menschliche Kontakte ersetzten, könnte sich dies negativ auf die individuellen Menschen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirken (vgl. Dillion et al. 2025). Inwiefern dies tatsächlich der Fall ist, bliebe zu erörtern. Ob der Hund aber Max oder Bello heißt und ob Frauchen sich als Hundemama sieht, dürfte ihm vollkommen egal sein.

Wissen und Empathie

Die angestellten Überlegungen zeigen, dass die Identifikation von Vermenschlichung als fehlerhafter Attribution bestimmter Qualitäten sowie deren ethischer Bewertung auf einem differenzierten Verständnis „der tatsächlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten tierlicher Gefährten“ beruht – ein Verständnis das Josts Beispiele vermissen lassen. Nichtsdestotrotz hat er natürlich einen Punkt: ein Umgang mit Hunden, der auf falschen Annahmen über ihre Bedürfnisse, Fähigkeiten etc. beruht, kann Leid verursachen. Ich beobachte das täglich auf unseren Gassirunden, wenn Menschen ihre Hunde von jeder noch so interessanten Schnüffelstelle weiterziehen und die Kommunikationsversuche des Hundes ignorieren – oder einfach nicht verstehen. So zeigt eine Studie von Mariti et al. (2012), dass von über 1.000 befragten Hundemenschen die wenigsten in der Lage waren, subtilere Stressanzeichen ihres Hundes wie zur Seite Schauen (13,7%), Gähnen (9%) oder über die Schnauze Lecken (4,4%) zu erkennen.

Das Problem scheint hier nicht in unreflektierter Vermenschlichungung, sondern grundlegender in einem Mangel an Wissen und darauf basierender Empathie zu bestehen (vgl. Gruen 2021). Die Tatsache, dass wir die Welt notwendigerweise aus einer menschlichen Perspektive heraus betrachten, heißt nämlich – anders, als Jost behauptet – nicht, dass wir nicht versuchen können und sollten, uns in andere Wesen einzufühlen (vgl. ebd.: 24). Nur wenn ich weiß, dass Hunde die Umwelt vorrangig schnüffelnd wahrnehmen und wie sie körpersprachlich kommunizieren, dass sie z. B. eine Pause brauchen, kann ich den Spaziergang hundegerecht gestalten. Ich kann mich dann unter Berücksichtigung seiner Wahrnehmung und seiner Bedürfnisse in Marci hineinversetzen und bspw. fragen: Wie fände ich es, wenn ich gerade mitten in einem spannenden Blogbeitrag versunken bin und mein Begleiter mich plötzlich einfach unsanft davon wegzieht?

Klassismus

Dies führt uns zurück zu der oben bereits angesprochenen Sendung des ORF. Diese ist mir bitter aufgestoßen, da sie Menschen am Rande der Gesellschaft porträtiert – um nicht zu sagen: „ausstellt“ – die ein sehr enges Verhältnis zu ihren Hunden haben, diese aber nicht immer gut behandeln. Der Besitzer von Charly etwa erzählt, dass er diesen getreten habe, um ihm beizubringen, nichts von der Straße zu fressen. Die dargestellten Menschen scheinen ihre Hunde aufrichtig zu lieben; ihnen fehlen aber schlicht die Ressourcen, um sich das nötige Wissen über Hunde und den Umgang mit ihnen anzueignen. So wäre es ohne weiteres möglich, Charly ohne Strafe zu vermitteln, nichts vom Boden aufzunehmen, man muss nur wissen, wie. Die Kritik an der Vermenschlichung der Hunde erscheint so als Form des Klassismus. Es gälte, Wissen über die Bedürfnisse von Hunden und einen bedürfnisgerechten Umgang mit ihnen auch bildungsfernen, marginalisierten Menschen, etwa über Sozialprojekte, kostenlos und niedrigschwellig zugänglich zu machen. „Our clients don’t need to be told to love their pets. […] What they need is very simple. They need nonjudgmental information about pet care and pet health. They need access to resources”, so die Mitarbeiterin eines derartigen Projekts (Dickey 2016: 299).

Fazit

Hunde nicht „als Hunde“ mit sowohl artspezifischen als auch jeweils ganz individuellen Bedürfnissen zu behandeln, kann Leid verursachen. Der Begriff der „Vermenschlichung“ ist jedoch ungeeignet, diese Problematik zu adressieren, weil er ungenau ist und selektiv verwendet wird. Um zu eruieren, welche vermeintlich „vermenschlichende“ Praktiken dem jeweiligen Hund tatsächlich schaden – und welche ihm nützen oder ganz egal sind –, ist ein differenzierter, informierter Blick auf die Spezies Hund, das jeweilige Individuum und die spezifische Situation nötig. Voraussetzung für ein ethisch gutes Mensch-Hund-Verhältnis ist somit eine Haltung der informierten Empathie, die Wissen und Einfühlen miteinander verbindet, und ein darauf basierender gewaltfreier, bedürfnisorientierter Umgang mit dem Hund.

Ich danke Tim Kraft und Stefan Spieß für wertvolle Hinweise zum Text!


Andrea Klonschinski war an verschiedenen Universitäten als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der Praktischen Philosophie tätig. Mittlerweile beschäftigt sie sich als freie Philosophin vorrangig mit ihrem Hund sowie mit den Themen Diskriminierung, Gender und Tierethik. Im September erscheint von ihr „Herabgesetzt. Merkmale und Auswirkungen von Diskriminierung“ bei Reclam.


Literaturverzeichnis

Andrews, Kristin und Susana Monsó (2021): Animal Cognition. The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Spring 2021 Edition), Hrsg. Edward N. Zalta, https://plato.stanford.edu/archives/spr2021/entries/cognition-animal/.

Bradshaw, John (2011): Dog Sense. How the New Science of Dog Behavior Can Make You a Better Friend to Your Pet. New York: Basic Books.

de Waal, Frans (2016): Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are? London: Granta.

Dickey, Bronwen (2016): Pit Bull. The Battle over an American Icon. New York: Vintage Books.

Dillion, Danica; Devine, Helen und Kurt Gray (2025): Pet Owners Often See Dogs as Soulmates and Value Them More than Human Lives. Preprint, DOI 10.31234/osf.io/hcbrs_v1

Gruen, Lori (2021): Entangled Empathy. An Alternative Ethic for Our Relationships with Animals. Woodstock, New York: Lantern Publishing & Media.

Hoffmann, Carolin (2024): Die Macht der Körpersprache. Mit Hunden positiv kommunizieren. Stuttgart: Kosmos.

Horowitz, Alexandra (2009): Inside of a Dog. What Dogs See, Smell, and Know. New York u.a.: Scribner.

Jost, David (2016): Wenn die Liebe zum Hund Leid verursacht: Haustiere im Spannungsfeld menschlicher Projektionen. Beitrag zum Philososphie-Blog praefaktisch vom 17. Juli 2026.

Keeley, Brian L. (2004): Anthropomorphism, Primatomorphism, Mammalomorphism: Understanding Cross-Species Comparisons. Biology & Philosophy 19: 521-539.

Mariti, Chiara; Gazzanoa, Angelo, Lansdown Mooreb, Jane; Baraglia, Paolo; Chellia, Laura und Claudio Sighieria (2012): Perception of Dogs’ Stress by their Owners. Journal of Veterinary Behavior 7: 213-219.

May, Janey (2015): Stur oder Überfordert? Stress lass nach für Deinen Hund! Stuttgart: Kosmos.

Miklósi, Ádám (2015): Dog Behaviour, Evolution, and Cognition. Second Edition. Oxford/New York: Oxford UP.

Sapolsky, Robert (2018): Behave. The Biology of Humans at Our Best and Our Worst. London: Vinted.

Serpell, James A. (2003): Anthropomorphism and Anthropomorphic Selection – Beyond the “Cute Response”. Society & Animals 11(1): 83-100.

Shettleworth, Sara J. (2010): Clever Animals and Killjoy Explanations in Comparative Psychology. Trends in Cognitive Sciences 14(11): 477-481.

Siegenthaler, Christoph (2025): Wie Hunde menschliche Emotionen erkennen. Podcast „Rund um Hund“ der Hundeschule „Treuhundbüro“, Folge vom 25. Oktober 2025.

Wynne, Clive D. L. (2019): Dog is Love. The Science of Why and How Your Dog Loves You. London: Quercus.

Wynne, Clive D. L. (2007): What Are Animals? Why Anthropomorphism is Still Not a Scientific Approach to Behavior. Comparative Cognition & Behavior Reviews 2: 125-135.


i In einer Befragung im Jahr 2023 gaben 77% der Haustierbesitzer:innen an, ihr Tier als Familienmitglied zu betrachten, 21% stimmten der Aussage zum Teil zu.

ii Siehe zu den kognitiven Fähigkeiten von Hunden Horowitz (2009: 193ff.), Bradshaw (2011: 181ff.) und Miklósi (2015: Kapitel 10, 12 und 13).

iii Ein viertes, wörtlicheres Verständnis von Vermenschlichung kommt in Josts Beispiel der Qualzuchten zum Ausdruck: die Selektion von Hunden auf Merkmale hin, die sie uns ähnlicher machen. Ich lasse diesen Fall beiseite und konzentriere mich auf die Wahrnehmung von und den Umgang mit Hunden im Alltag.

iv Entsprechend wird die Frage, inwiefern die Vermenschlichung von Hunden einen Platz in der Verhaltens- und Kognitionsforschung hat, kritisch diskutiert (vgl. Wynne 2007; de Waal 2016; Andrews/Monsó 2021).

v Einschüchtern des Hundes ist nie in Ordnung. Siehe zum gewaltfreien Umgang mit Hunden z. B. Hoffmann (2025), May (2025), und den Podcast „Rund um Hund“ von Christoph Siegenthaler.

vi Dazu Bradshaw (2011: 216): „Grief […] requires complex cognitive abilities that we thus far have no evidence for in dogs”.