23 Mai

Krise als metaphorisches Phänomen: Von „Virus“ über „Welle“ bis zu „Lockdown“

Von Marlon Possard (Wien)

In den vergangenen Jahren konnte beobachtet werden, dass die Thematik rund um das pandemische Geschehen (COVID-19) den medialen Diskurs in vielerlei Hinsicht bestimmte. Hierfür bediente man sich speziellen Metaphern, die auch für eine philosophische Analyse von Interesse sind. Denn die facettenreichen Verknüpfungen zwischen Krise einerseits und Metaphorik andererseits sind gegenwärtig immer noch fließend. Das zeigen auch die US-amerikanischen Philosophen G. Lakoff und M. Johnson im Rahmen ihrer Metapher-Theorie auf.

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21 Mai

Ein Streiter für die analytische Philosophie – Georg Meggle wird 80 Jahre alt

Christoph Lumer (Siena) und Ulla Wessels (Saarbrücken)


Als Georg Meggle 1984 seine Habilitationsschrift zur Handlungstheoretischen Semantik fertigstellt, ahnt er vermutlich nicht einmal selbst, wohin ihn seine philosophische Reise noch führen würde: von sehr komplexen und technisch-formalen Arbeiten zur Kommunikationstheorie über einen innerphilosophischen Fachwechsel zur Angewandten Ethik und Politischen Philosophie bis hin zu philosophisch basiertem politischen Engagement. Insbesondere entwickelt sich Georg Meggle zu einem konzessionslosen und vehementen Streiter für freie Diskussion in Philosophie und Gesellschaft. Hinzu kommt philosophiepolitischer Einsatz: Er wird mit der Gründung und anfänglichen Führung der Gesellschaft für Analytische Philosophie zu einem der wichtigsten Organisatoren der Philosophie in Deutschland. Aber der Reihe nach.


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16 Mai

Anarchy, State, and Utopia wird 50

Von Fabian Wendt (Blacksburg, Virginia)


Robert Nozicks Anarchy, State, and Utopia wird in diesem Jahr 50. In der akademischen politischen Philosophie hat das Buch den Ruf, ein Klassiker zu sein. Jeder kennt zumindest ein paar der Gedankenexperimente aus dem Buch, etwa die Geschichte von Wilt Chamberlain oder die „experience machine“. Für viele gilt das Buch als die Exposition einer libertären Position in der politischen Philosophie – und oft ist es die einzige, die überhaupt zur Kenntnis genommen wird. In Brian Leiters Umfrage von 2016 kam Nozick auf Platz 8 der bedeutendsten anglophonen Moral- und politischen Philosophen seit 1945.

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14 Mai

300 Jahre Kant: Sex und Gender

Beiträge von Larissa Wallner, Matthew King, Elke Elisabeth Schmidt und Martin Brecher aus der Reihe 300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie.

Mit der Reihe 300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie möchten wir den Fokus auf das Anachronistische, Antiquierte und Unzeitgemäße bei Kant legen. Dabei geht es nicht darum, Kant zu diskreditieren. Ziel ist vielmehr, durch eine Vielzahl kurze Statements einen Eindruck zu vermitteln, wie divers die heutige Kantforschung (im europäischen Raum und darüber hinaus) ist und wo sie die Grenzen von Kant verortet. Dafür veröffentlichen wir seit dem 22. April 2024 jeden Dienstag drei thematisch verwandte Kurzbeiträge.

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09 Mai

Epistemische Ungerechtigkeiten im Kontext Künstlicher Intelligenz

Von Anastassija Kostan (Paderborn/Frankfurt)

Aktuell gibt es fast jede Woche Neuigkeiten zur künstlichen Intelligenz. Aus dem rasanten Wechsel zwischen Personalia-Skandalen bei den Tech-Giganten, der fortlaufenden Präsentation immer wieder neuer Etappen der Technologieentwicklung und den nachhinkenden Regulierungsdebatten ist mittlerweile eine regelrechte „KI-Fatigue“ entstanden. Gleichzeitig ist der Einsatz künstlicher Intelligenz aus unserem Alltag überhaupt nicht mehr weg zu denken. KI getriebene Programme urteilen immer häufiger und zunehmend ohne menschliche Aufsicht darüber, wer einen Job bekommt, Anspruch auf einen Kredit hat oder Sozialhilfe beziehen kann und dergleichen mehr.

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07 Mai

300 Jahre Kant: Natur und Wissenschaft

Beiträge von Lorenzo Spagnesi, Cord Friebe, Stephen Howard und Peter Baumann aus der Reihe 300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie.

Mit der Reihe 300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie möchten wir den Fokus auf das Anachronistische, Antiquierte und Unzeitgemäße bei Kant legen. Dabei geht es nicht darum, Kant zu diskreditieren. Ziel ist vielmehr, durch eine Vielzahl kurze Statements einen Eindruck zu vermitteln, wie divers die heutige Kantforschung (im europäischen Raum und darüber hinaus) ist und wo sie die Grenzen von Kant verortet. Dafür veröffentlichen wir seit dem 22. April 2024 jeden Dienstag drei thematisch verwandte Kurzbeiträge.

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02 Mai

„Please don’t be in love with someone else” – Unglücklich verliebt mit Taylor Swift

von Gottfried Schweiger (Salzburg)


Im Februar fand das Swiftposium 2024, eine große akademische Konferenz zu Taylor Swift, in Melbourne statt. Auch die Philosophie war dabei. Im Vordergrund der philosophischen Vorträge standen zwei Themen: einerseits Swift als Celebrity und Vorbild, andererseits ihr Feminismus. Auch der in ihren Liedern besungene Umgang mit gesellschaftlichen Idealen, Normen und Praktiken, Ungleichheiten, Verletzlichkeit, Enttäuschung und Liebe wurde thematisiert. Swift hat Facetten der Liebe in vielen ihrer Liedern aufgegriffen und darin auch ihr eigne Biographie verarbeitet. Gefühle und Phasen der unglücklichen Liebe spielen dabei häufig eine Rolle. Daher hier nun die Frage: was können wir mit Swift über das unglückliche Verliebtsein lernen?

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30 Apr

300 Jahre Kant: Menschenwürde und Universalismus

Beiträge von Elena Romano, Berward Gesang und Mario Brandhorst aus der Reihe 300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie.

Mit der Reihe 300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie möchten wir den Fokus auf das Anachronistische, Antiquierte und Unzeitgemäße bei Kant legen. Dabei geht es nicht darum, Kant zu diskreditieren. Ziel ist vielmehr, durch eine Vielzahl kurze Statements einen Eindruck zu vermitteln, wie divers die heutige Kantforschung (im europäischen Raum und darüber hinaus) ist und wo sie die Grenzen von Kant verortet. Dafür werden wir ab dem 22. April 2024 jeden Dienstag drei thematisch verwandte Kurzbeiträge veröffentlichen.

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25 Apr

Epistemische Ungleichheiten zwischen Elisabeth von der Pfalz und René Descartes – Im Philosophiestudium wiedergefunden

Von Kim Ann Woodley (Bochum)

Wintersemester 2023/24 — Ich biete ein Lektüreseminar zu Descartes Werk Die Passionen der Seele an. Dazu lesen wir den Briefwechsel mit Elisabeth von der Pfalz, denn ohne Elisabeth gäbe es diese Lektüre nicht. René nennt sie dennoch an keiner Stelle. Dafür entschuldigt Elisabeth sich für ihren „Stumpfsinn“ und ich lese ihre Worte: „Denn das Leben, das ich zu führen gezwungen bin, läßt mir nicht genug Zeit übrig, um eine Haltung der Meditation Ihren Regeln gemäß anzunehmen“ (Descartes & von der Pfalz 2015:14). Im Seminar sind wir uns einig: Irgendwie unfair, das Ganze.

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22 Apr

300 Jahre Kant: Kant lesen, Kant und Philosophie

Kant Portrait

Beiträge von Lucian Ionel, François Ottmann und Dina Emundts aus der Reihe 300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie.


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