29 Nov

#metoo und Männlichkeit. Soziologische Zugänge und Perspektiven auf die Überwindung sexueller Gewalt

von Paul Scheibelhofer (Innsbruck)[1]


Unter dem Label „MeToo“ hat die schwarze Bürgerrechtsaktivistin Tarana Burke bereits vor Jahren damit begonnen, öffentliches Bewusstsein für die weite Verbreitung von sexuellen Übergriffen gegen Frauen zu schaffen. Befeuert durch aufsehenerregende Fälle und breite mediale Berichterstattung wurde diese Realität nun weithin sichtbar und drängte sich in das Leben vieler, die das Thema bis dato ausblendeten oder belächelten. Die #metoo-Bewegung stellte damit auch gängige Erzählungen über männliche sexuelle Gewalt in Frage, die diese lediglich an den gesellschaftlichen Rändern verortete und dadurch ein positives Selbstbild einer aufgeklärten gesellschaftlichen Mitte nährt. Hier setzt der vorliegende Text an und wirft einen Blick auf Männlichkeiten im Kontext von #metoo. Gefragt wird, welche Erklärungen eine soziologische Perspektive auf Männlichkeit für jene Realitäten bietet, die von #metoo zur Sprache kamen. Und welche Implikationen so eine Perspektive für die Überwindung sexualisierter Gewalt von Männern gegen Frauen hat.

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