Wissenschaftsfreiheit
Es gibt fast niemanden, der den Wert der Wissenschaftsfreiheit an sich bestreitet. Inhalt und Umfang der Wissenschaftsfreiheit allerdings werden kontrovers diskutiert. Welche Forschung ist erlaubt? Wer darf an der Universität sprechen? Welche (neuen) Dynamiken der Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit sind zu erkennen? Wer darf darüber entscheiden, was Wissenschaftsfreiheit ist und wann ihre Grenzen überschritten werden – wessen Stimmen werden im Diskurs gehört, welche marginalisiert? Wie ist in der Abwägung unterschiedlicher Güter und Werte vorzugehen, also zum Beispiel wenn Wissenschaftsfreiheit in Konflikt mit anderen wertvollen Zielen gerät? In den letzten Jahren wurde die Diskussion um cancel culture, Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit heftiger – vor allem in identitätspolitischen Debatten – und das betrifft auch die Philosophie. Philosophie kann und soll über Wissenschaftsfreiheit nachdenken und diese reflektieren, sie steht aber nicht außerhalb der Kontroverse. Welche Grenzen der Wissenschafts- oder Meinungsfreiheit gibt es innerhalb der Philosophie bzw. für Philosoph:innen?
Dieser Themenschwerpunkt ist angeregt durch eine Diskussion über das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit ohne unseren Anstoß entstanden. Nun da einige Beiträge vorliegen, hoffen wir, dass die Diskussion fruchtbar weitergeführt wird. Wir laden alle Kolleg:innen ein, sich daran zu beteiligen.
Bisherige Beiträge zum Thema
- Hass, Hetze, Desinformation. Ein Beispiel aus der Philosophie
- Streitpunkt Wissenschaftsfreiheit. Ein Gespräch mit Sabine Döring und Tim Henning
- Zwei Begriffe der Wissenschaftsfreiheit? Eine Replik auf Karsten Schubert
- Über die Wegerfindung der Cancel Culture
- Neutralität oder Autorität? Warum wir Schöneckers Beitrag veröffentlichen
- Die Sittenwächter von PhilPublica oder über den Mangel an Einbildungskraft
- Polemisch und beleidigend sind immer die anderen: Zu Daniel Lucas’ Invektiven gegen mich
- Erwiderung auf die Stellungnahme von Heiner Koch und Deborah Mühlebach zur Stellungnahme der GAP zu Kathleen Stock
- Stellungnahme zur Stellungnahme der GAP «Für eine freie und kritische Auseinandersetzung in den Wissenschaften»
- Wissenschaftsfreiheit in der Demokratie oder Wozu ist das Gut der Wissenschaftsfreiheit gut?
- Versuch einer Verständigung – anstelle einer Replik zur Replik Dieter Schöneckers
- Konkretes zur Frage, warum ein Netzwerk Wissenschaftsfreiheit gebraucht wird
- Replik auf Breitenstein
- Jargon der Unsachlichkeit. Kriegsmetaphorik im Namen der Wissenschaftsfreiheit
- Im Namen von Wissenschaftsfreiheit. Eine Replik
- Wissenschaftsfreiheit? Nur dem Namen nach! Ein kritischer Kommentar zum „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“
