Kindheit
Philosophie der Kindheit beschäftigt sich mit philosophischen Fragen und Problemen, die die Themenfelder Kinder und Kindheit betreffen. Hierzu zählen z.B. Fragen nach dem moralischen, politischen und rechtlichen Status von Kindern und dem instrumentellen oder intrinsischen Wert der Kindheit, nach Unterschieden zwischen Kindern und Erwachsenen und dem Konstruktionscharakter von Kindheit. Viele der zentralen Fragen der Philosophie der Kindheit sind nicht allein von systematischem philosophischem Interesse. Sie sind vielmehr auch Gegenstand der alltäglichen professionellen ethischen, politischen und pädagogischen Selbstverständigung und Reflexion und zugleich Thema öffentlicher pädagogischer und politischer Auseinandersetzungen (z.B. Debatten über Kinderrechte und ihre Implementierung). Was (wenn überhaupt irgendetwas) gibt Erwachsenen (Eltern, Lehrern etc.) das Recht, advokatorisch für Kinder Entscheidungen zu fällen? Sind Kinder ihren Eltern zur Dankbarkeit verpflichtet? Ist die Schulpflicht eine legitime staatliche Vorgabe? Gibt es ein Recht darauf Kinder zu haben? Was sind Konstitutionselemente einer Familie und in welchem Verhältnis stehen Familien zum liberalen Staat? Wer sollte die finanziellen Kosten übernehmen, die Kinder in und für Gesellschaft verursachen? Gibt es spezifische `Güter der Kindheit´, die für Kindheit als Lebensphase kennzeichnend und nur Kindern zugänglich sind? Was macht ein Kind eigentlich zu einem Kind? Was macht eine gute Kindheit aus? Lassen sich entsprechende Urteile angesichts der historischen Kontingenz von Konzeptionen der Kindheit überhaupt angemessen begründen?
Dieser Themenblock auf praefaktisch erscheint anlässlich der Veröffentlichung des Handbuch Philosophie der Kindheit (J.B. Metzler 2019) in Kooperation mit dem Netzwerk Philosophie der Kindheit.
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Bisherige Beiträge zum Thema
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