300 Jahre Kant – Das Unzeitgemäße in seiner Philosophie

2024 jährt sich Kants Geburtstag zum 300sten Mal. Wie kaum zu übersehen ist, werden zu diesem Anlass nicht nur im deutschsprachigen Raum zahlreiche Symposien und Workshops veranstaltet, Sonderausgaben von Journals veröffentlicht und Artikel in Tages- und Wochenzeitungen publiziert. Dabei geht es häufig (und mit Recht) darum, nach der Aktualität Kants zu fragen oder diese hervorzuheben, etwa wenn es um sein kosmopolitisches Denken geht oder seine Rolle hinsichtlich Menschenrechte und Menschenwürde.

Im Kontrast hierzu möchten wir in unserem Themenschwerpunkt zu Kant den Fokus auf das Anachronistische, Antiquierte und Unzeitgemäße bei Kant legen. Dabei geht es nicht darum, Kant zu diskreditieren. Das Ziel ist vielmehr, einen (ersten) Eindruck zu kreieren, an welchen Stellen (tendenziell) etwaige Grenzen der heutigen Kantauslegung liegen und wie selbstkritisch, aber sicherlich auch divers die heutige Kantforschung aufgestellt ist.

Anvisiert sind keine Beiträge im gängigen praefaktisch-Format, sondern relativ kurze Statements, die wir ab Anfang April veröffentlichen werden. Es geht also nicht darum, wenige gut argumentierte Beiträge zu liefern, sondern (im Ansatz) einen Überblick über die aktuelle Kantforschung zu liefern.